Nevada

Tonopah, Nevada

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Liegt auf einer Höhe von umgerechnet 1.775 m üdM

Etwa auf halbem Wege zwischen Reno und Las Vegas, inmitten der unendlichen Wüstenlandschaft Nevadas an der Kreuzung der US Route 6 und 95 auf einer Höhe von 1.775 m üdM liegt ein auf 42 km² verteilter Ort mit etwa 2.600 Einwohnern namens Tonopah. Die Herkunft des Namens geht angeblich auf die vor 1900 hier lebenden Shoshonen zurück und bedeutet soviel wie: etwas Wasser und ein paar Bäume.

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Ein Zeitfenster in die Vergangenheit … so der erste Eindruck

Geschichte

Die Anfänge des  heutigen Tonopah gehen auf den 19. Mai 1900 zurück. Jim Butler, ein Rechtsanwalt und Rancher aus Tonopah Springs war mit seinem Esel auf Erkundungstour, als dieser ihm eines Abends davonlief. Als er ihn am nächsten Morgen unter einem Felsvorsprung entdeckte, nahm Butler einen Stein vom Boden und wollte ihn nach dem Tier werfen, als er aber feststellte, dass dieser für seine Größe unheimlich schwer war. Er drehte ihn in der Hand und war sich bei näherem Betrachten ziemlich sicher silberhaltiges Erz in seinen Händen zu halten.

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*Heimat der Schurken* – auch eine mögliche Übersetzung. Gemeint ist aber eine andere Bedeutung des Wortes: Kumpel oder Bergarbeiter.

Er nahm den erzhaltigen Stein und brachte ihn zu einem Gutachter im nahe gelegenen Klondike. Der aber fand, dass der Eisenanteil viel zu hoch wäre und warf ihn als unbrauchbar und wertlos in eine Ecke. Butler hingegen war fest davon überzeugt, dass sein Fund echt war. Auf dem Rückweg zu seiner Ranch ins Monitor Valley (en), legte er in (damals noch) Tonopah Springs einen erneuten Zwischenstopp ein und nahm weitere Proben, die er dann auf der Fensterbank seiner Ranch deponierte.

Es dauerte nicht lange, bis Tasker Oddie, der spätere Gouverneur von Nevada die Proben auf der Fensterbank sah und Butler das Angebot machte, die Kosten für ein weiteres Gutachten zu übernehmen. Butler war einverstanden und bot ihm im Gegenzug 25% des Gewinns an. Der Gutachter ermittelte eine Ausbeute von etwa $600 pro Tonne. Im selben Jahr noch hat Jim Butler insgesamt 8 Claims erworben und abgesteckt. Sechs davon – Buckboard, Burro, Desert Queen, Mizpah, Silver Top und Valley View  – haben sich schnell als die ergiebigsten Minen des gesamten Staates Nevada erwiesen.

Im Oktober 1900 wurde ein Camp namens Butler eingerichtet und die Arbeit in der Mizpah-Mine aufgenommen. Im Dezember lebten schon 14 Menschen hier, einschließlich Jim Butler und Tasker Oddie, zu dem Zeitpunkt bereits Bezirksstaatsanwalt von Nye County. Butler entschloss sich seine Claims für ein Jahr zu verpachten und bekam dafür ein Viertel der Einnahmen als Pacht.

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Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein …

Das Camp wuchs rasant. So hatten sich im Januar bereits 40 Männer hier niedergelassen. Im März kam die erste Postkutsche aus Sodaville und brachte 6 Passagiere. Zu dem Zeitpunkt gab es im Camp 7 Baracken und ein paar Zelte. Die Zahl der Einwohner belief sich bereits auf 60. Innerhalb nur weniger Wochen stieg die Zahl rapide auf 250 an. Die Gold- und Silberproduktion allein im Jahr 1901 belief sich auf 750.000 $.

Im April 1901 wurde das Postamt, unter dem Namen Butler eröffnet, aber erst im März 1905 wurde es in seinen heutigen Namen Tonopah umbenannt.

40 Jahre lang wurde hier vor allem Silber und Gold gefördert. Das ertragreichste Jahr war 1913 als der Gegenwert von 10 Mio $ in Gold, Silber, Kupfer und Blei gefördert wurde. Zwischen 1900 – 1921 wurde Erz im Wert von etwa 121 Mio $ gefördert.

Während des Zweiten Weltkriegs waren nur noch die vier größten Minen in Betrieb. Ein großes Feuer hat 1942 die Mühle und das Anwesen zerstört und auch bei einem nahe gelegenen Hotel einen Schaden von 100.000 $ verursacht.

Das endgültige Aus für die noch in Betrieb befindlichen Minen kam dann 1947, nachdem durch den Zusammenschluss der Tonopah und Goldfield Eisenbahngesellschaft, das gesamte Schienennetz stillgelegt wurde, teilweise sogar komplett entfernt.

1968 hat es einen erneuten Versuch gegeben das Minengeschäft aufleben zu lassen. Howard Hughes und seine Summa Corporation (Gesellschaft) haben 100 Claims aufgekauft, darunter auch Mizpah, Silver Top und Desert Queen. Nach ein paar Stichproben gab man den Traum von der Wieder-Inbetriebnahme der Minen auf. Einige Stollen wurden zwar noch mit Holzbalken gestützt, eröffnet wurde aber keine.

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Der wohl stärkste Touristenmagnet ist das Clown Motel mit knapp 700 Clown Puppen in allen Größen und Variationen

Was gibt es zu sehen bzw. zu besichtigen in Tonopah?

  • Hier gibt es den dunkelsten Himmel in der Nacht, Millionen Sterne vor einem klaren, wolkenlosen Hintergrund. Perfekt für Sternengucker. In manchen Nächten ist auch die Milchstraße gut sichtbar.
  • Während des Zweiten Weltkriegs entstand hier ein Ausbildungscamp für Fliegerbomber
  • Es gibt zwei ganz besondere Touristenmagneten in der Stadt – das Clown Motel und der danebenliegende Old Tonopah Cemetery (Friedhof) in dem es spuken soll. Manchmal wagt sich eine verirrte Seele sogar in das daneben liegende Clown Motel und erschrickt die Gäste.
  • Ein weiteres Relikt aus den Anfängerzeiten ist das Mizpah-Hotel. Auch dort soll eine Dame in Rot spuken.
  • Im Tonopah Mining Park, einem Open Air Museum, bekommt man zahlreiche Artefakten aus der Blütezeit des Bergbaus in Nevada zu sehen.
  • Der Lunar Crater – ein massiver Krater mitten im Nirgendwo – diente den Astronauten als Übungsplatz für deren Mondlandung.

 

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