Illinois

Das Chicago Hilton hat uns enttäuscht

Chicago Hilton ****     thumbdown
720 South Michigan Avenue South Loop
Chicago IL 60605

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Treppenaufgang in der Empfangshalle

In The Windy City haben wir uns ein Hotel ausgesucht, das in der Nähe des BEGIN of Route 66 Zeichens liegt und von dem aus auch der Buckingham Fountain zu Fuß zu erreichen ist. Wir wussten auch um die Parkplatzprobleme in Chicago und haben uns für das Chicago Hilton entschieden, welches zwar preismäßig nicht in unser Budget gepasst, aber beide Voraussetzungen erfüllt hat. Auch ist es eine sichere Gegend, worauf man in Chicago auch achten sollte booking.com.

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TreppenAufgang gegenüber

Es war das einzige Vier-Sterne-Hotel von insgesamt 28 Hotels auf unserem RoadTrip im Sommer 2017 und auch das teuerste der gesamten Reise. Normalerweise suchen wir uns günstige aber saubere Hotels aus, wenn’s geht mit Frühstück, denn wir kommen in der Regel spät abends an, duschen, kopieren die tagsüber gemachten Bilder auf eine Festplatte und am nächsten Morgen nach dem Frühstück geht es dann schon weiter. Was das Hotel sonst noch anbieten würde, können wir eh kaum oder gar nicht nutzen. Also warum dafür bezahlen?

Die zentrale Lage zu den für uns interessanten Sehenswürdigkeiten mussten wir in Chicago nur eine Übernachtung planen, wodurch der hohe Preis besser zu verschmerzen war und wir konnten uns gleich nach dem Auschecken auf die Route 66 begeben.

Nach einem langen Flug, den Formalitäten mit der Autovermietung, dem Beschaffen einer SIM-Karte für unser Smartphone und anschließender Fahrt durch den Berufsverkehr, lag das Hotel endlich vor uns.

Der erste Eindruck – es ist groß. 

Wir halten auf dem Streifen, neben dem Hoteleingang, der nur für Gäste des Hotels reserviert ist und nur zum Einchecken dient. Als wir mit einer Dokumentenmappe unter dem Arm aus dem Auto steigen, werden wir schon gefragt, ob wir denn hier einchecken möchten. Keine Ahnung welchen Eindruck wir bei dem Typen gemacht haben, aber wieso sonst sollte ich mit einer Mappe unterm Arm aussteigen?

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Gehört zu den historischen Hotels

Na egal, wir bejahten und durften den Wagen stehen lassen und zum Einchecken rein. Es empfing uns eine wirklich schöne Empfangshalle mit tollen Treppenaufgängen zu beiden Seiten. An der Architektur und Einrichtung war unschwer zu erkennen, dass es ein historisches Hotel sein muss – was wir später auch an einer Tafel am Eingang bestätigt fanden. Wir aber folgten den Zeichen zum Empfang. Nach dem langen Flug und dem vielen sitzen, wollten wir nur ganz schnell einchecken, uns frisch machen und dann einfach nur noch die Füße vertreten. Der über die Grenzen hinaus bekannte Buckingham Fountain soll ganz in der Nähe sein. Bei Dunkelheit wird der Brunnen beleuchtet und bietet ein tolles Farbspektakel. Den wollten wir unbedingt sehen, sobald es dunkel wird.

Am Empfang selber war unser erster positiver Eindruck ganz schnell verflogen, als wir entdeckten, dass es zwei Kategorien von Hotelgästen gab: die sogenannten HHonors, das waren Hilton Mitglieder mit entsprechender Mitgliedskarte und die Gäste zweiter Kategorie, zu welchen auch wir gehörten. Es gab schon zwei Warteschlangen, wobei die HHonors immer zuerst bedient wurden, egal wie viele andere Gäste schon da waren. Etwas mehr Personal an dieser Stelle wäre nicht verkehrt gewesen. Obwohl die Warteschlangen nicht sehr lange waren, mussten wir über eine halbe Stunde anstehen, weil man sich bei den HHonors ganz viel Zeit nahm.

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Gehört wohl nur zur Geschichte. Von den Verdiensten des Award of Excellence kriegten wir nichts zu spüren.

Als wir dann endlich an der Reihe waren, gleich die erste Frage, ob wir denn Mitglieder wären – obwohl wir in der Warteschlange der NICHT-Mitglieder angestanden sind. Wir verneinten und das erst so freundliche Lächeln fror zusehends ein. Mechanisch, ohne jede Gemütsregung wurde das Ritual der Schlüsselübergabe vollzogen. Uns wurde die Zimmernummer genannt und mit einem kurzen Wink zeigte man uns gerade noch die Richtung zu den Aufzügen und wollte schon zum nächsten Kunden übergehen. Wir wollten aber noch einen Garagen-Stellplatz. Wir hatten uns entschieden einen für die Nacht zu mieten, weil keine öffentlichen Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu finden sind oder nur nach sehr langem Suchen. Zeit verschwenden war bei unserem 31 Tage Trip aber nicht drin.

Dann gab es die Stellplatz-Nummer für unser Auto, aber keine weiteren Informationen dazu wie man da hin kommt. Wir sollen einfach raus und den Türsteher fragen.

Wir wollten noch wissen, wie wir zum Buckingham Fountain kommen. Ohne hinzuschauen, hat die Empfangsdame eine Karte von einem Stapel gleich neben ihr vom Tisch genommen, einfach einen Kreis ums Hilton gemacht und alles was sie dazu gesagt hat: „Der ist nur ein paar Minuten zu Fuß von hier“ und markierte uns den Weg ganz kurz auf der Karte. Dann wollte sie schon zum nächsten Kunden übergehen, als wir uns die Frage erlaubten, ob es denn WiFi im Hotel gäbe. „Ja, aber nur für Honors“, war die knappe Antwort. Auf die Frage, was es denn kosten würde, wenn wir auch eins möchten, hieß es: „Ohne Mitgliedskarte kein WiFi“. 

Die Mitgliedschaft ist kostenlos und gilt sofort nach Registrierung, welche höchstens mal 5 Minuten dauert, was wir aber zu dem Zeitpunkt nicht wussten. Das hätte man uns an der Rezeption doch sagen können, denn die 5 Minuten hätten wir wir uns bestimmt genommen. So blieb uns nur die Eiseskälte und ein bitterer Geschmack, der bis heute anhält. 

Jetzt schon mit beiden Augen beim nächsten Kunden, bekamen wir dann noch eine Chipkarte, mit der wir in die Garage reinkommen. Auf die Frage, wie man zu den Garagen kommt, gab’s wieder nur eine kurz angebundene Antwort – zweimal um die Ecke und da ist schon der Eingang. Am nächsten Morgen sollten wir an die Rezeption, dort können wir sie dann bezahlen. Das wäre billiger als unten beim Kassenautomaten. Wir haben die Karte genommen und sind zurück zum Auto.

Die Garage soll sich unterhalb des Hotels befinden, aber wo genau das zweimal um die Ecke ist, wussten wir nicht so richtig. So fragten wir den Türsteher, bzw. den Ordnungshüter oder was auch immer der Typ darstellte, der sich an dem Check-In-Streifen aufhielt. Der wollte unser Auto gleich selber parken, was bei uns aber wenig Sinn machte und wir auch nicht wollten, denn unsere Koffer und alles war ja noch im Auto. Da wir keine HHonors waren, mussten wir befürchteten dass er uns das Auto parkt und wir es dann mühselig suchen müssen, um an unser Gepäck für die Nacht zu kommen. Wir wollten wirklich nicht auf diese Tour herausfinden, ob wir unser Gepäck auf’s Zimmer kriegen, wenn wir keine HHonors sind. Auch konnten wir nicht nicht abschätzen wie lange es dauern würde. Unsere Zeit war knapp bemessen und viel zu wertvoll.

Unser Zimmer war in der hintersten Ecke, natürlich ganz weit weg vom Aufzug, was uns zu diesem Zeitpunkt aber egal war. Wir wollten nur kurz duschen und dann einfach raus und Füße vertreten.

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Der Mülleimer in unserem Zimmer in einem VIER Sterne Hotel mitten im besten Viertel von Chicago!

Das Zimmer selber war groß, mit zwei Bädern und auch zwei Betten, einem sehr langen Schreibtisch mit Fernseher und einem iPad. Da konntest du aber nur abrufen, wo du dein Geld innerhalb des Hotels am besten ausgeben kannst. Weitere Informationen fanden wir auf Anhieb nicht. Damit war auch das iPad für uns uninteressant.

Eine kurze Inspektion zur Sauberkeit im Bad und bei den Betten. Beides war sauber. Ein Rundumblick, auch nach oben und nach unten: der Teppichboden war nicht mehr der neueste und wir waren uns auch nicht ganz sicher, ob er tatsächlich gesaugt wurde bevor wir eingezogen sind. Na egal, es ist ja nur für eine Nacht.

Schnell noch den Müll in den Eimer werfen und siehe da: Eine Bananenschale, eine leere Flasche und auch Papier im Mülleimer. Kurz danach entdeckten wir eine sogenannte Recycling Tüte auf dem Tisch mit Fettflecken. Die wurde wohl schon mehrfach recycelt. Richtig unappetitlich. Umso schlimmer, wenn das Hotel 4-Sterne hat.

Also gingen wir zurück an die Rezeption, dies zu reklamieren. Da wir aber keine HHonors waren, mussten wir wieder mal warten, bis die HHonors bedient waren. Erst dann wurden wir überhaupt beachtet. Als ich ihr vom Dreck im Zimmer sagte, fragte sie uns nur, ob wir denn das Zimmer tauschen möchten.

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A Dirter Future. A Dirter Now … würde wohl eher passen.

Da ich aber keine Lust hatte ans andere Ende des Hotels mit dem ganzen Gepäck geschickt zu werden und wir nach dem langen Flug und dem vielen sitzen nur noch raus wollten, sagten wir nur, dass wir es gerne sauber hätten, wenn wir wieder da sind.

Kein Wort der Entschuldigung. Nur ein knappes OK.

Nach mehr als zwei Stunden kamen wir wieder zurück. Der Dreck aus dem Mülleimer war verschwunden – eigentlich lag er in einer Tüte auf dem Flur unweit von unserem Zimmer – aber die Tüte mit den gräßlichen Fettflecken war immer noch auf dem Tisch.

Da ich meinen Urlaub nicht gleich mit Ärger beginnen, sondern die Zeit genießen wollte, beließ ich es dabei.

Und dieses historische Hotel wurde erst 2015 zum Hotel des Jahres ernannt (siehe weiter oben). Man kann und will es nicht glauben, bei dem was wir gerade erlebt hatten.

Eingangshalle des Jahres und Aussehen des Empfangsbereichs würden es verdienen, aber weder das Personal, das uns bedient hat noch das Zimmer das wir bekommen haben. Sogar die 2-Sterne Hotels auf unserem Road Trip 2017 waren sauberer, bequemer und hatten netteres Personal als das 4-Sterne Hotel Chicago Hilton.

Irgendwann in der Nacht hat man uns ein Schreiben unter der Tür hindurch gesteckt, wie Hilton dem Kunden das Auschecken erleichtert, bzw. welche zusätzlichen Services angeboten werden. Nicht dabei vergessen, dass es sich nur um die Hilton HHonors  handelt. Wieso dann die Papierverschwendung? Als normaler Gast kriegst du manches nicht einmal, wenn du es zusätzlich bezahlen möchtest.

Bei uns ist das Chicago Hilton mit seinen vier Sternen total durchgefallen. So gut wie keinen Service und auch keine Leistungen für einen nicht Hilton HHonor Member.

Fazit: für knapp $300,00 pro Nacht (Zimmer $221 und Garage nochmals $61) ohne Frühstück, ohne WiFi bekamen wir eine eiskalte Begrüßung, knappe und unfreundliche Antworten auf unsere Fragen, ein dreckiges Zimmer und am Empfang ständiger Blick auf den nächsten Kunden, der vielleicht Mitglied im Club ist und freundlicher behandelt werden kann. Hinzu kam auch noch, dass wir über booking.com reserviert haben, was wohl auch nicht ganz zu unserem Vorteil war.

Checke in keinem Hotel der Hilton-Kette ein,
wenn du nicht zu den Honors gehörst! 

Du könntest als Gast zweiter Klasse behandelt werden und es könnte dir ähnlich uns ergehen.

Schade nur, dass wir uns den Namen der „netten“ Dame am Empfang nicht notiert haben! Aber wir waren wohl viel zu verblüfft so behandelt zu werden.

Wenn ihr unser Blog weiter verfolgt und auch die Bewertungen zu anderen Hotels anschaut, könnt ihr unseren Missmut dem Chicago Hilton gegenüber bestimmt verstehen. Dann seht ihr auch, dass wir keine großen Ansprüche stellen, wenn das Hotel nur für 1 – 2 Nächte ist.

Alle weiteren Beiträge zum Thema Chicago könnt ihr unter dem Label Chicago nachlesen.

Weitere Hotelbewertungen gibt es unter dem Label HotelReviews.

Kategorien:Illinois, USA

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