Arizona

Chloride: eine Bergarbeiter Siedlung

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Claim your Treasure (hol dir deinen Schatz), erinnert an die Zeit, als hier Goldschürfer waren. Heute findest du hier Geschenke.

Wie die viele Orte im Westen der USA, wurde auch Chloride nach einem der hier gefundenen Bodenschätze benannt, dem HornSilber – chemischer Name SilberChlorid zu Englisch Chloride of Silver. Auch heute noch wird SilberChlorid in FotoEmulsionen und antiseptischen Silberlösungen verwendet.

Zur Geschichte

Inmitten der Gebirgskette der Cerbat Mountains, auf einer Höhe von etwa 1.220 m, liegt eine der ältesten Bergbausiedlungen von Arizona. Chloride ist die älteste eingetragene Gemeinde im Mohave County. Zu ihrer Blütezeit, etwa 1920, zählte die Gemeinde um die 2.000 Einwohner und etwa 75 Minen waren in Betrieb.

Bereits in den 1840er Jahren sind Landvermesser in dieser Gegend auf reiche Silberadern gestoßen. Die reichsten Vorkommen gab es in der Gegend, welche später als Silver Hill (Hügel aus Silber) bezeichnet wurde. Neben Silber stieß man hier auch auf Gold, Blei, Zink und Türkise.

Um eine Vorstellung zu bekommen, wie viel Bodenschätze hier zu Tage gefördert wurden, muss man sich den Ertrag einer einzigen Mine, auf der Zunge zergehen lassen:  7,5 Millionen US$ (bis 1948).

Erste Erwähnungen über ein Bergarbeiter Lager in dieser Gegend gab es 1860. Eine Siedlung mit dem Namen Chloride entstand um 1863. Die Gründung einer Gemeinde aber verzögerte sich durch Unruhen der Hualapai, einem in den Cerbat Mountains lebenden Indianerstamm. 1866 kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den Hualapai und den hier lebenden Bergarbeitern, bei welchem 4 der insgesamt 6 hier lebenden Minenarbeiter auf grausame Weise ums Leben kamen.

1870 wurde mit den Hualapai ein Abkommen unterzeichnet, welches den Weg zum Abbau von Erzen ebnete. Nun stand auch einer Gemeindegründung nichts mehr im Wege. Das macht Chloride zur ersten eingetragenen Gemeinde im Mohave County und zur ältesten durchgehend bewohnten Bergarbeiterstadt in Arizona (FotoSammlung).

1873 eröffnete das United States Post Office Department (Post Ministerium der USA) hier eine Filiale. Kurzzeitig war sie mal geschlossen, aber seit 1893 bis heute ununterbrochen in Betrieb und gehört somit zu einem der ältesten durchgehend betriebenen Postämtern in ganz Arizona. In dieser Zeit gab es im Ort eine Brauerei, einen Gemischtwaren Laden, einen Schmied und mehrere Saloons.

Zwischen 1868 und 1919 gab es hier einen Postkutschen Stopp der Butterfield Stage Linie. Die Haltestelle mit Reparaturwerkstatt war in dem heutigen Yesterday’s Inn Restaurant untergebracht.

Ab 1898 hat die Santa Fé Railroad mit dem Verlegen von Eisenbahnschienen von Kingman nach Chloride  begonnen. Die Zugstation gibt es heute noch und sie ist in unerwartet gutem Zustand. 1910 wurden die Schienen weiter bis zur Tennessee Mine verlegt, die größte Mine in der ganzen Umgebung. Bis 1935, als man die Santa Fé Railroad dann endgültig geschlossen hat, wurde diese nicht nur für den Transport von Gütern sondern auch für Menschen eingesetzt.

1871 wurde Chloride Sitz des Mohave County. Die Einwohnerzahl stieg rasant bis auf etwa 5.000, um gegen 1917 auf 2.000 zu fallen, welche sich bis etwa 1944 unverändert hielt. Als der Preis für Silber und Mineralstoffe dann immer tiefer in den Keller fiel, hat man die Minen nacheinander aufgegeben. Die Bewohner verließen die Stadt und die Einwohnerzahl sank bis auf ganz wenige Menschen. Die Stadt glich einer Geisterstadt.

Heute beträgt die Einwohnerzahl in den Sommermonaten etwa 150. In den Wintermonaten sind es etwa 100 mehr, es sind dies Menschen, welche die kalten Winter in einem gemäßigt warmen und angenehmen Klima verbringen und so den bitterkalten Winter ihrer Heimat entfliehen wollen. In den heißen Sommermonaten ziehen sie sich wieder in die kühlere Atmosphäre ihrer Heimat zurück.

Die meisten hier lebenden Menschen sind entweder Rentner, Künstler oder Musiker. Ein paar haben ihr Geschäft im Ort, andere wiederum finden ihr Auskommen in den Casinos von Laughlin und Las Vegas oder sie arbeiten im nahe gelegenen Kingman.

Während der Flower-Power-Zeit in den 1960er Jahren, ließ sich hier eine Gruppe von Hippies nieder. Angeführt von Roy Purcell campten sie in den Bergen östlich von Chloride. Während dieser Zeit entstanden seine Felszeichnungen, welche heute weltweit als Chloride Murals bekannt sind. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Beitrag.

 

 

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